Eltern müssen erziehen, Großeltern dürfen verziehen.
Dieses alte Sprichwort gilt seit Generationen und ist ein Grund dafür, warum so viele Menschen wundervolle Erinnerungen an ihre Großeltern haben. Der Kuchen bei Oma schmeckt immer besser als zuhause und Opa liest die Märchen viel besser vor als Papa. Zusätzlich gelten im Haus der Großeltern häufig andere Regeln als bei den Eltern und dies macht die Zeit mit den Großeltern unvergleichlich.
Die abweichenden Regelungen und Erziehungsansichten von Eltern und Großeltern sind kein Hindernis für eine gute Beziehung zueinander, sondern sind eine gute Basis für ein glückliches Aufwachsen der Kinder und Enkel. Großeltern spielen im Leben der Kleinsten eine wichtige Rolle und sollten diesen Sonderstatus im Vergleich zu den Eltern auch haben dürfen. Während Mama und Papa streng sein müssen, können die Großeltern mal ein Auge zudrücken und dem Kind so beibringen, dass überall andere Regeln gelten. Einige Grundregeln in der Erziehung sollten Eltern und Großeltern jedoch gemeinsam einhalten. Tischmanieren und Höflichkeit sind meist bei beiden Generationen ein wichtiger Punkt. Die Schlafenszeiten, der Süßigkeitenkonsum und die Ordnung können jedoch für Konflikte sorgen. Streitige Punkte sollten die Großeltern mit ihren Kindern klären, denn das letzte Wort in der Erziehung der Enkel haben immer deren Eltern. Für die Eltern ist es im Gegenzug aber auch wichtig, die Rolle der Großeltern zu verstehen und ihnen Sonderrechte in der Erziehung einzuräumen. Was schadet das fünfte Stück Schokolade von Oma, wenn es zuhause wieder weniger Süßigkeiten gibt?
Geld und Geschenke
Größere Geschenke und zusätzliches Taschengeld sollten nicht hinter dem Rücken der Eltern gemacht werden. Selbstverständlich freut sich ein Kind über ein neues Fahrrad, wenn aber die Eltern dieses als Belohnung für das tolle Schuljahr vorgesehen hatten, ist der Generationenkonflikt vorprogrammiert. Auch Geld sollte den Enkelkindern nicht zuviel zugesteckt werden. Kinder die regelmäßig bei ihren Großeltern sind, sollten hier kein doppeltes Taschengeld erhalten, aber eine kleine Aufmerksamkeit hin und wieder sollte den Großeltern erlaubt werden. Bei seltenen Besuchen ist ein größerer Betrag nicht unüblich, aber auch in einem solchen Fall sollten die Großeltern abklären, welche Summe die Eltern für sinnvoll halten. Das Alter des Kindes und Reife im Umgang mit Geld sollten bei diesen Überlegungen von Eltern und Großeltern bedacht werden.
Großeltern haben eine Sonderrolle im Leben der Enkelkinder und die Eltern müssen ihnen diese zugestehen. Im Zweifel sollten sich die Eltern darauf freuen, es später bei ihren Enkeln genau so machen zu dürfen.
